Festbrennweite oder Zoom? 5 Gründe warum Festbrennweiten besser sind

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Was macht für Dich mehr Sinn: Festbrennweite oder Zoom?

Zoom-Objektive sind doch eigentlich viel flexibler und vor allem praktischer, als Festbrennweiten …

Den passenden Bildausschnitt kannst Du einfach mit einer Drehung am Objektiv für jede Situation einstellen, während Du bei einer Festbrennweite natürlich keine Möglichkeit hast, rein oder raus zu zoomen.

Außerdem brauchst Du mit einem Zoom nur ein einziges Objektiv, statt viele verschiedene mit Dir rumzuschleppen. Sozusagen ein „Immer-Drauf-Objektiv“.

Stimmt soweit auch alles. Aber hier zeige ich Dir 5 Vorteile von Festbrennweiten, die Dir so gut wie kein Zoom-Objektiv bieten kann … und ganz am Ende in welchen Situationen Du trotzdem auf gar keinen Fall eine Festbrennweite benutzen solltest.

Festbrennweiten bieten Dir eine bessere Bildqualität

Grundsätzlich bekommst Du die Vorteile von Zoom-Objektiven in der Regel nur auf Kosten von Bildqualität.

Warum das so ist, hat einen simplen Grund:

Um die verschiedenen Brennweiten bei einem Zoom-Objektiv – meistens von Weitwinkel bis hin zu Tele – möglich zu machen, müssen viele einzelne Linsen perfekt zusammenarbeiten.

D.h. ein Zoom-Objektiv muss Dir zum Beispiel bei 17mm Brennweite eine gute Bildqualität bieten und auch bei zum Beispiel 50mm die gleichen guten Ergebnisse liefern.

Das geht natürlich nur mit Kompromissen an beiden Enden (und dazwischen). Es leidet unter anderem die Schärfe und die Darstellung der Farben, da das Licht einfach durch mehrere Schichten an Glas muss, bis es am Sensor der Kamera ankommt.

Zwar gibt es auch eine Hand voll von Zoom-Objektive, die diesen Kompromiss sehr gut meistern … aber diese Objektive sind dann preislich auch in einer anderen Liga.

In diesem Sinne kannst Du Dir Festbrennweiten als Spezialisten vorstellen: Sie können zwar nicht sehr viel anderes, aber auf zum Beispiel 50mm wird das Canon 50mm f/1.8 für nur knapp hundert Euro sogar Zoom-Objektive schlagen, die zehn Mal so viel kosten!

Festbrennweiten sind meistens kompakt und leicht

Durch diesen im Vergleich zu Zooms simplen Aufbau, sind Festbrennweiten meistens auch kleiner und leichter.

Im Objektiv selber ist viel weniger Glas notwendig, da das Objektiv ja schließlich nur bei einer Brennweite funktionieren muss.

Das erspart komplizierte Linsen-Anordnungen, die alle nur dafür da sind, um Fehler auszugleichen, die sonst beim zoomen entstehen würden.

Ein Grund dafür, dass der Aufbau vieler Festbrennweiten von zum Beispiel Canon und Nikon seit Jahrzehnten unverändert ist. Ganz nach dem Motto: If it ain’t broke, don’t fix it!

Das Preis-Leistung-Verhältnis einer Festbrennweite ist unschlagbar

Und diese Ersparnis am Material und bei der Herstellung macht sich dann letztendlich auch beim Preis den Du zahlst bemerkbar.

Da eine Festbrennweite einfach physisch weniger Material – vor allem teure Linsen – braucht, bekommst Du erstklassige Bildqualität bereits ab einem Preis von knapp 100 Euro für das 50mm f/1.8 von Canon.

Ältere manuelle Objektive kannst Du zum Beispiel schon ab 30 Euro bekommen und erreichst damit bessere Ergebnisse als von zehn mal so teuren Zooms.

Ein Beispiel dafür ist das 50mm f/1.8 von Nikon, das seit den 70ern gebaut wurde. Beispielaufnahmen mit diesem Objektiv findest Du in diesem Video:

Kaum ein Zoom-Objektiv erreicht die Lichtstärke einer Festbrennweite

Das wohl am meisten genutzte Argument für Festbrennweiten ist vor allem die meist sehr hohe Blendenöffnung. Also die kleine Zahl hinter dem „F“, wie z.B. f/1.8.

Du kannst dadurch nicht nur bei schlechteren Lichtverhältnissen filmen, sondern hast auch eine größere Kontrolle über die gewünschte Tiefenunschärfe.

Wenn Du also ein Motiv mit schönem Bokeh vom Hintergrund freistellen willst, ist das relativ einfach möglich.

Das kann bei knallender Sonne natürlich schwer werden, ohne die Bildrate zu verändern. Aber dafür gibt es ja ND Filter, die ohnehin zur Standard Videoausrüstung zählen.

Denn warum hat man ein Objektiv mit einer großen Blende, wenn man die nicht auch benutzt?!

Eine Festbrennweite fördert Deine Kreativität

Mit Bokeh sind wir dann beim Thema Kreativität und der persönlichen Vorliebe für den visuellen Stil.

Und dieser wird durch Festbrennweiten fast schon gezwungenermaßen gefördert. Denn dadurch, dass Du nicht einfach auf den gewünschten Bildausschnitt zoomen kannst, musst Du Dir vor der Aufnahme mehr Gedanken über den gewollten Effekt Deiner Aufnahme machen.

Nimmst Du zum Beispiel ein Weitwinkel-Objektiv, um Dein Motiv sehr groß wirken zu lassen, oder möchtest Du durch eine Festbrennweite im Tele-Bereich eher die Aufmerksamkeit Deines Zuschauers auf etwas ganz bestimmtes lenken?

Letztendlich kann je nach Bildausschnitt eine komplett andere Story rüberkommen. Und wenn Du Dir darüber bewusst bist, bekommst Du einen besseren Blick für Bildausschnitte, Kompositionen und Motive.

Du weißt mit etwas Übung schon vorher, mit welcher Brennweite Du Dein Motiv aufnehmen willst und welche Reaktion Du damit beim Zuschauer erreichst.

Aber eine Sache gibt es zu Festbrennweiten noch zu sagen …

Nachteile von Festbrennweiten

Wie bei allem gibt es auch bei Festbrennweiten nicht nur Vorteile. Für einige Arten von Videos eignen sie sich sogar gar nicht:

Wenn Du eher im Dokumentations- oder Reportage-Stil unterwegs bist – also schnell auf sich verändernde Bedingungen reagieren musst – bist Du mit einem Zoom-Objektiv besser dran.

Schnell Objektive wechseln geht in solchen Situationen meist nicht, bzw. kostet Dich zu viel Zeit. Um also kurze Momente nicht zu verpassen, kann ein Zoom-Objektiv Deine Rettung sein.

Auch wenn Du für Deine Projekte viele unterschiedliche Brennweiten brauchst, oder für längere Reisen gerüstet sein willst, wirst Du viele unterschiedliche Festbrennweiten brauchen. Das schlägt sich zum einen im Gewicht Deiner Kamera-Ausrüstung nieder und zum anderen auch bei den Kosten dafür.

festbrennweite oder zoom - sigma 18-35mm 1.8

Hier kann es für Dich mehr Sinn machen, ein einzelnes, wirklich hochwertiges Zoom-Objektiv zu kaufen. Eines der besten Beispiele  hierfür ist das 18-35mm Objektiv von Sigma, das es mit einem Mount für viele verschiedene Hersteller gibt.

Auch wenn der Preis nicht gerade günstig ist, erspart Dir das Sigma den Kauf von mindestens 2 bis 3 Festbrennweiten, ohne wirklich auf Bilqualität und eine große Blende zu verzichten.

Fazit: Festbrennweite oder Zoom?

Festbrennweiten machen für Dich also immer dann Sinn, wenn Du eine genaue Vorstellung davon hast, was Du wie aufnehmen möchtest und in dieser Situation die maximale Qualität herausholen willst (und dabei nicht in ein relativ teures Objektiv wie das Sigma 18-35mm f/1.8 inbvestieren willst).

Die Frage ist nur: Für welche Brennweite solltest Du Dich als erstes entscheiden?

Seit den analogen Film-Kameras gilt ein 50mm-Objektiv als DER Standard, da es in etwa Deinem natürlichen Blickwinkel entspricht. Allerdings ist das in Verbindung mit 35mm Film zu sehen, was der Größe eines Vollformat-Sensors entspricht.

Solltest Du eine APS-C oder Micro Four Thirds-Kamera nutzen, greif bitte NICHT als erstes zu einem 50mm Objektiv, wenn Du damit nicht vor allem Portrait-Aufnahmen schießen willst.

Denn auf diesen Kameras ist ein normales 50mm wie zum Beispiel das Canon 50mm f/1.8 für viele Situationen einfach zu „nah“.

Für APS-C Kameras empfehle ich Dir eher das Sigma 30mm f/1.4. Für Kameras mit einem Micro Four Thirds-Sensor macht sogar ein 25mm-Objektiv wie das Olympus 25mm f/1.8 mehr Sinn.

Übrigens gilt beim Kauf von Objektiven immer: In der Regel wirst Du Deine Objektive viel länger als Deine Kamera benutzen. Es macht also Sinn, hier etwas mehr zu investieren. Insbesondere da gute und beliebte Objektive ihren Wert auch über lange Zeit gut erhalten und später leicht zu einem guten Preis wieder verkauft werden können.

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